Niederlande
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Diese 345 Kilometer lange Radroute folgt dem Verlauf der ehemaligen Eisenbahnstrecke zwischen dem Durchgangslager Westerbork in den Niederlanden und dem nationalsozialistischen Konzentrationslager Bergen-Belsen in Deutschland. Sie dient als lebendiges Denkmal, das an alle Opfer erinnert und ihnen Ehre erweist, deren Leben entlang dieser Strecke für immer geprägt wurde.
Vom Sommer 1942 bis zum Herbst 1944 verließen mehr als 100 Züge das Lager Westerbork auf einer qualvollen Reise in Konzentrations- und Vernichtungslager in Ost- und Mitteleuropa. Insgesamt wurden fast 107.000 Juden über Westerbork in den Osten deportiert, zusammen mit 245 Sinti und Roma sowie mehreren Dutzend Mitgliedern des Widerstands. Nur etwa 5.000 Menschen kehrten zurück.
Diese grenzüberschreitende Radroute erzählt die Geschichten von Leid und Not. Die wunderschönen Landschaften entlang der Strecke stehen in krassem Kontrast zu den tief bewegenden Geschichten und erinnern die Radfahrer daran, wie kostbar das Leben in Freiheit ist.
Die Route präsentiert diese umfassende, grenzüberschreitende Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und unter verschiedenen Themen. Sie erzählt nicht nur die Geschichten der Deportierten, sondern auch die anderer Menschen, denen man entlang der Route begegnet und deren Leben vom NS-Regime tiefgreifend geprägt wurde, darunter Zwangsarbeiter, politische Gegner, Evakuierte und Widerstandskämpfer.
Wer waren sie? Woher kamen sie? Wohin wurden sie verschleppt? Was haben sie erlebt? Die Route lässt die persönlichen Geschichten von Menschen wie Etty Hillesum, Jakob de Jonge, den Familien Van Dam und Samuels, dem deutschen Journalisten und Pazifisten Carl von Ossietzky, dem berüchtigten „Henker des Emslands“ Willi Herold und dem deutschen Widerstandskämpfer Cato Bontjes van Beek lebendig werden. Ihre Geschichten machen die Auswirkungen von Diskriminierung, Ausgrenzung, Verfolgung und Gewalt greifbar und zutiefst persönlich.